Azubi Makla Teil 3

Wie in Azubi Makla Teil 2 versprochen hier nun zwei weiter geschichten aus dieser Zeit. Wie schon in im Ersten Teil spielten sich die Geschichten in den ersten zwei Jahren meiner Ausbildung ab.

Das Glasfaserkabel:

Die Firma hat zusätzliche Büroflächen bekommen, die mit Glasfaser verbunden werden sollten. Dafür sollte ich den Elektriker, der bei uns im Sicherungskasten stand anrufen, weil der das angeblich machen könnte.

Problem: Der Elektriker hat sich zur Ruhe gesetzt und ob Elektriker überhaupt Glasfaser verlegen über mehrere Etagen steht auf einem ganz anderen Blatt. In der Regel tun Elektriker das nämlich genau nicht.

Daher Rief ich diverse Fachfirmen an und die kamen auch vorbei um Angebote zu erstellen. Es kam ein Angebot, dass den Geschäftsführer (bedingt durch ein Missverständnis) zu teuer war - hätte man mit einem Anruf aus der Welt schaffen können aber nein der Geschäftsführer wollte es dann selbst machen.

Fakt: Die Firma die uns das Angebot mitteilte hat die Firma, bei der ich gearbeitet hab, als unprofessionell bezeichnet.

Es kam dann ein Spezialist für Kernbohrung der zwei Löcher machen sollte. Der Geschäftführer ist mit dem Satz aus der Tür raus, dass er allen Bescheid gibt, dass wir Bohrern. Offenbar hat er das nicht gemacht, denn bei uns stand fast die Polizei durch eine Beschwerde einer anderen Firma im selben Gebäude. Dafür trug ich natürlich dann auch die Schuld, weil die Firma sich telefonisch zwei mal beschwert hatte. Um 17 Uhr wurde dann weiter gebohrt … das hat den Kernbohrer der Firma gekillt weil der zu heiß wurde

Auf jeden Fall kamen dann zwei Rollen Glasfaserkabel die Verlegt werden sollen. Ohne großartig zu sagen wie ich es machen soll, wurde ich damit beauftragt die Hälfte (natürlich gemessen) einer Rolle ins unter Büro ab zu wickeln und dabei ja zu achten das das Kabel nicht Knickt. Als Messhilfe bekam ich ein Kantholz von 2,XX Metern … ironie: funktioniert garantiert. Also hab ich das Kabel mehr schlecht als recht abgelassen - erstmal in eine abgehängte zwischendecke. Der einziger Zugang zu dieser eine Deckenklappe die ca 1,5m vom Bohrloch entfernt war.

Wer hätte es gedacht? Das Kabel ist mir an paar stellen geknickt aber es hat Funktioniert, das Zweite Kabel, das vom Geschäftsführer wurde hat nicht funktioniert.  Das defekte Kabel wurde also von mir wieder hochgezogen - natürlich war es meine Schuld das es defekt war - und die Trommel des noch funktionierenden Kabels auf einem Drucker zwischengelagert und angeschlossen an das Netzwerk angeschlossen.

Dieser Drucker war eigentlich nur für die Geschäftsführung vorgesehen aber dennoch hatten auch ein Mitarbeiter zugriff und so kam es wie kommen musste: Einer der Mitarbeiter hat auf diesem Drucker gedruckt, die Rolle dann vom Drucker genommen und auf den Boden Gestellt.

Das Kabel ging dann auch nicht mehr und natürlich war das wieder meine Schuld, da ich ja kontrollieren müsste auf welche Drucker die Angestellten Zugriff haben. Das dies nahezu unmöglich ist, wenn die Drucker offen im Netzwerk sind bzw wenn man selbst keinen Zugriff auf die im Server vorhanden Netzwerkfreigaben für Mitarbeiter versteht sich von selbst.

Also wurde durch meine Schuld ein neues nun 4-Adriges Kabel besorgt das natürlich wieder gemessen herangelassen werden sollte. Oder auch nicht, denn es wurde eine Maurerschnur über die Komplette strecke gezogen und das neu Kabel dann an das ende Festgeklebt mit Paketband. Mit noch mehr Stress und endlosen Diskussionen wenn das Kabel irgendwo hängen geblieben ist warum es denn nicht weiter geht wurde das Kabel über die Strecke gezogen.

Beispielsweise blieb das Kabel an einem viel zu kleinem Loch, das mit einem Schraubenzieher durch die Wand gestemmt wurde, hängen. Von Geschäftsführer kam an der Stelle nichts besseres als ein genervtes, aggressives und alle paar Minuten wiederholtes “ZIEHEN” als einzige Hilfe

Im übrigen will ich garnicht wissen gegen wie viel Arbeitsschutzvorschriften der Geschäftsführer verstoßen hat geschweige den wie viel Glaswolle mir nun in der Lunge hängt, weil einige stelle sich nur durch Deckenklappen erreichen ließen, die rund um mit Glaswolle bestückt waren.

Der Serverumzug / Der Demo Raum:

Durch die neuen Büroflächen, hatte die Firma nun einen eigenen Serverraum in dem die Server umgezogen werden sollten. Da unter der Woche gearbeitet wird, habe ich mich bereit erklärt an einem Samstag zur Firma zu fahren.

In den Tagen zu vor habe ich einen “Demo Raum” eingerichtet - daher Demonstrationsgeräte aufgebaut und getestet. Es stand nur grob fest was wo stehen sollte und so blieb mir für den Großteil des Aufbau nur 2 Tage. Insgesamt wurden 4 Stationen mit unterschiedlicher Hardware aufgebaut inkl. Netzwerk. Vorher gab es noch die Anweisung gebrauchte Leitungen zu benutzen (in der Firma stand ein Regal voll mit Netzwerkleitungen diverser Längen) und keine neuen auf zu machen (diese lagen im abgeschlossenen Lager/Serverraum).

Der Raum wurde von der Marketingleiterin und der Assistenz der Geschäftsführung abgenommen und er war in Ordnung.

Am Samstag haben sich der Geschäftsführer und ich zum Umbau getroffen. Als der erste Server im neuen Raum war hat mich der Geschäftsführer erstmal allein gelassen um zu telefonieren. Da ich bisher noch keine Server aus Racks ausgebaut bzw. in Racks eingebaut hatte wusste ich nicht wie die Serverschienen zusammen gehören bzw wie man diese Montiert. Der Geschäftsführer hat sich dann doch erbarmt mir innerhalb 5 Minuten zu zeigen wie die Schienen zusammen gehören und der erste Server hin im neuen Rack.

Als der Geschäftsführer dann den “Demo Raum” sah, war er mit dem Aufbau nicht einverstanden da ihm die Netzwerkkabel an einigen stellen zu lange waren und das überflüssige Kabel hinter Säulen ordentlich versteckt (damit man diese nicht direkt sieht). Wieder wurde er laut darüber wie schlecht doch meine Arbeit sei, warum ich nicht von der Länge her passende Kabel Benutzt hätte und das bestimmt passende Kabel im Serverraum lagen. Ich versuchte zu erklären, dass der Serverraum normalerweise abgeschlossen ist und dass ich gebrauchte Kabel nehmen sollte - Doch bevor ich mit dem Satz fertig war kam nur “Dann hätte Sie nach dem Schlüssel fragen sollen”

Daher sollte ich also angefangen nochmals um zu bauen, anscheinend nicht schnell genug für den Geschäftsführer, der zugeschaut hat. Vom Geschäftsführer kamen nur so Kommentare wie “schneller”, genervten “Och Herr Bonsch tun Sie sich nicht so schwer” und andere Kommentare

Da mir aber auch irgendwann Geduldsfaden reißt, wenn man mich lange genug anpflaumt (wurde unter anderem angepflaumt, dass eine das ein Stützsäule einen blauen Abriebstreifen einer Jeans hatte - was natürlich auch meine Schuld war)  hab ich in einem etwas harscheren Ton gefragt, wie der Geschäftsführer es den gerne haben möchte, damit ich es so bauen könnte.

Der Geschäftsführer hat dann mit einem genervten Kommentar beschlossen es selbst zu machen und ich sollte den zweiten Server ins Rack hängen. An der Stelle sei erwähnt, dass durch die Umbauaktion des Geschäftsführer ein Bodenkabelkanal in der Luft hing weil das Kabel zu kurz war (sieht natürlich wesentlich besser aus wenn Kunden kommen).

Ziemlich gefrustet und kurz davor einfach zu gehen habe dann doch den zweiten Server allein umgebaut. Beim Einbau der Schienen ist mir ein Fehler unterlaufen - Ich hatte in einer der Schienen eine Schraube falsch gesetzt wodurch der Server nicht mal 2 cm vor dem ersten stand. Natürlich habe ich angeboten den Fehler noch an diesem Samstag zu verbessern aber Zitat “Nein das machen Sie jetzt nicht, Sie fahren jetzt nach Hause”

Am Montag danach wurde ich ins Besprechungszimmer gerufen um mit mir den Serverumbau zu besprechen. Es wurde vom Geschäftsführer behauptet, er hätte mir eine Stunde erklärt wie es geht und wenn ich die Schienen 180° gedreht hätte, hätte es gepasst (beides stimmt nicht).

Die Diskussion darüber, dass ich einen Fehler gemacht hab ging über 45min.

 

Meine Argumentation bestand daraus, dass ich nunmal ein Auszubildender bin dem auch mal Fehler unterlaufen dürfen bzw. das ich sogar angeboten hab den Fehler noch am Samstag aus zu bessern.

Die Argumentation des Geschäftsführers bestand daraus, dass mir nicht klar sei das ich einen Fehler Gemacht hab, der mir NIEMALS unterlaufen hätten dürfen. Weil beim Kunden müsste ich auf Abstände, Toleranzen und mehr achten achten.

Die Diskussion hat sich im Kreis gedreht, da der geschäftführ quasie nur ein ARgument hatte und dieses ständig wiederholt hat als ob ich es nicht verstehen würde (dabei wurde dr ton gefühlt bei jeder wiederholung harscher)

 

Später hab ich, an einem Tag an dem der Chef nicht da war, den Server einfach umgebaut ... in der Mittagspause. Dabei ist mir auch die Richtige Lösung mit der Schraube aufgefallen (das mit den 180° konnte nie Stimmen da sonst die Stopper in der Schiene in der Schiene vorne gewesen wären

 

Schalten Sie auch das nächste mal wieder ein wenn wir zum End- bzw. Nachspiel kommen

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